Abwasserkontrolle der Kleinkläranlage — Ablauf und Messwerte
Wer eine Kleinkläranlage betreibt, ist in der Schweiz zur regelmässigen Kontrolle des gereinigten Abwassers verpflichtet. Wie oft kontrolliert werden muss und welche Werte eingehalten werden müssen, regeln die Kantone unterschiedlich — die Grundlage bildet die eidgenössische Gewässerschutzverordnung (GSchV).Wir führen diese Kontrollen seit 1994 schweizweit durch, bei Anlagen von 17 verschiedenen Reinigungsverfahren. Weil wir selbst keine Anlagen verkaufen oder bauen, beurteilen wir neutral. Ihr Vorteil: Sie erhalten die Messwerte noch während des Termins.
Unsere Laborfahrzeuge sind rollende Labors — wir werten die Probe direkt vor Ort aus, statt sie ins Labor zu schicken.
Ablauf einer Kontrolle
1. Terminvereinbarung — Wir planen regionenweise, dadurch sparen wir Anfahrtskilometer und Sie Kosten.
2. Probenahme am Auslauf der Anlage.
3. Analyse im Fahrzeug, direkt vor Ort, innerhalb weniger Minuten.
4. Sichtkontrolle der gesamten Anlage inklusive Technik.
5. Besprechung vor Ort — Sie erfahren sofort, ob die Werte eingehalten sind und was allenfalls zu tun ist.
6. Analysebericht an Sie und an die zuständige kantonale Behörde.
Diese Werte messen wir
Je nach Anlagentyp und Kanton werden unterschiedliche Parameter geprüft. Dies sind die wichtigsten:
Durchsichtigkeit nach Snellen
Die Durchsichtigkeit ist der einfachste und zugleich aussagekräftigste Schnelltest für die Reinigungsleistung einer Anlage. Gemäss Gewässerschutzverordnung muss das gereinigte Abwasser eine Durchsichtigkeit von mindestens 30 cm aufweisen, bevor es in ein Oberflächengewässer eingeleitet oder über den belebten Boden versickert wird.Liegt der Wert darunter, deutet das meist auf zu viel Schwebstoffe hin — etwa durch Schlammabtrieb, eine überlastete Anlage oder eine überfällige Entleerung der Vorklärung.
Chemischer Sauerstoffbedarf (CSB)
Der Chemische Sauerstoffbedarf gibt an, wie viel Sauerstoff nötig wäre, um die organischen Stoffe im Wasser vollständig zu CO₂ und Wasser zu oxidieren. Er ist die gebräuchlichste Grösse, um die Konzentration organischer Belastung zu bestimmen — unabhängig davon, woraus sie besteht und wie gut sie biologisch abbaubar ist.Ein erhöhter CSB zeigt, dass die biologische Reinigungsstufe nicht ausreichend arbeitet. Typische Ursachen: zu wenig Belüftung, ein defekter Verdichter oder eine hydraulische Überlastung.
Richtwert je nach kantonaler Vorgabe: >60mg/l
Ammonium
Ammonium wirkt im Gewässer als starkes Fischgift und darf deshalb nur in geringer Konzentration eingeleitet werden. Der Wert zeigt uns, ob die Nitrifikation in der Anlage funktioniert — also ob die Bakterien Stickstoff zuverlässig umbauen.Niedrige Wassertemperaturen im Winter, ein zu geringer Sauerstoffgehalt oder ein zu junger Belebtschlamm führen häufig zu erhöhten Ammoniumwerten.
Richtwert je nach kantonaler Vorgabe: <3mg/l
Sauerstoffgehalt und Temperatur
Der Sauerstoffgehalt variiert je nach Kläranlagentyp stark und ist die Voraussetzung dafür, dass die biologischen Prozesse überhaupt ablaufen. Die Wassertemperatur messen wir zusätzlich, weil sie sämtliche Messwerte beeinflusst und deren Einordnung erst möglich macht.
Absetzvolumen bei Belebtschlammanlagen
Bei Belebtschlammanlagen bestimmen wir zusätzlich das Absetzvolumen. So stellen wir neben der optischen Begutachtung fest, wie viel Schlamm in der Anlage vorliegt und in welchem Zustand er ist. Je nach Anlage und kantonalen Vorschriften kommen hier Temperatur und Sauerstoffgehalt dazu.
Sichtkontrolle der Anlage
Neben den Messwerten begutachten wir die Anlage als Ganzes. Was genau geprüft wird, hängt vom Anlagentyp und den kantonalen Vorschriften ab:- Bewuchs an Bauteilen- Beurteilung des Auslaufs- Schlammfarbe und Schlammform- Zustand der Abdeckungen- SicherheitsmängelWeil wir Anlagen aus 17 verschiedenen Reinigungsverfahren betreuen, erkennen unsere Mitarbeitenden auch Besonderheiten von Systemen, die andere Servicefirmen selten zu Gesicht bekommen.
Prüfung der elektrischen Komponenten
Wir kontrollieren Pumpen und Verdichter auf ihre Funktion, testen die Alarme, lesen die Betriebsstunden aus und tauschen bei Bedarf die Drehschieber direkt vor Ort. So läuft die Reinigung ohne Unterbruch weiter.Die gängigen Ersatzteile führen wir im Fahrzeug mit — und im Online-Shop zu transparenten Preisen.
Wie oft muss eine Kleinkläranlage kontrolliert werden?
Das legt der Kanton fest. Üblich sind ein bis zwei Kontrollen pro Jahr, abhängig von Anlagentyp und Grösse. Wir kennen die Vorgaben der einzelnen Kantone und planen die Termine entsprechend.
Muss ich bei der Kontrolle anwesend sein?
Nein, notwendig ist es nicht. Einige Kunden sind trotzdem dabei, weil wir die Ergebnisse direkt vor Ort besprechen und Fragen zur Anlage gleich beantworten können. Wenn wir allerdings Zugriff zu allen Komponenten der Anlage haben, muss niemand vor Ort anwesend sein.
Was passiert, wenn die Grenzwerte nicht eingehalten werden?
Wir besprechen mit Ihnen die wahrscheinliche Ursache und mögliche Massnahmen. In vielen Fällen lässt sich das Problem mit einer Einstellung, einer Entleerung oder einem Ersatzteil beheben.
Wie lange dauert ein Kontrolltermin?
Dieser dauert in der Regel 30min.
Sind Sie in meinem Kanton tätig?
Wir arbeiten - mit Ausnahme weniger Kantone - schweizweit. Dank unserer Laborfahrzeuge sind wir mehrere Tage am Stück in einer Region unterwegs.